28. Oktober 2003

Stadt im Sinn

Filed under: Vorträge — Walter Ackers @ 20:00

Vortrag zur Ausstellungseröffnung „Stadt im Sinn. Braunschweig! FOTO SINN THESEN“ im Braunschweigischen Landesmuseum am 28. Oktober 2003.

Kennen Sie die Geschichte von Frederick? Diese kleine Maus von Leon Lionni, die während des ganzen Sommers Farben und Wörter sammelt? Und wie Frederick, als der Winter gar nicht aufhört, es grau, kalt und dunkel bleibt und die Mäuse weder zu essen noch zu lachen haben, ihnen ganz farbige Geschichten erzählt, bunte Bilder vom Sommer in ihrer Vorstellung und Erinnerung erstehen lässt und ihnen damit über den Winter hilft?

Die dunkle Jahreszeit ist in Braunschweig manchmal sehr lang. Und so habe ich Ihnen einen ganzen Strauß bunter Farben und Blüten in der Stadt gesammelt und in den offenen Krug dieses Museums gestellt. Neben Rittersporn und Schönmalven, Iris und Rosen finden sich auch grauviolette Disteln und gelber Löwenzahn, wuchernder Knöterich und kriechender Giersch – all das eben, was unser Garten Braunschweig so hergibt.

Eine schöne Rolle, die Frederick spielt. Aber ich bin nicht die Maus. Ich soll in dieser Stadt Professor spielen. Deshalb muss etwas mehr erzählen, mitteilen – und ich freue mich, dass Sie alle offensichtlich mit mir teilen wollen. Ich möchte mit dem Bild und durch die Bilder etwas erzählen – durch die Blume sprechen, weil das Unverblümte manchmal Stacheln hinterlässt.

Ich möchte Sie verführen, so wie die Stadt mich verführt hat. Darüber erzähle ich – wie ich es auch in diesem Buch festgehalten habe.

Märchen

Es war ein märchenhafter Blick über die Dächer der Innenstadt. Rundum bot sich die Silhouette Braunschweigs mit ihren zahlreichen Türmen vor abendblauem Himmel. Die Namen ihrer Schutzpatrone waren mir noch ebenso unbekannt wie die Straßen und Plätze ringsum.

Wir hatten uns für eine Woche am Kohlmarkt im „Goldenen Stern“ einquartiert.

Mit Kindern und Koffern kletterten wir vier hohe Geschosse treppauf, um oben lässig durch eine Handnotiz zurück gewiesen zu werden – „Bin in zwei Stunden zurück“.

So konnten wir erst nach einer anstrengenden Zweitbesteigung vom Balkon aus den wunderbaren Blick über die Stadt genießen. Selbst aus dem Toilettenfenster auf der Hofseite boten sich solch überraschende Perspektiven auf das nächtliche Panorama. Überall diese traumhafte Kontur einer mittelalterlichen Stadt. Weitere Bauten des Historismus mit Treppengiebeln, Dachreitern, Türmen und allen möglichen Architekturen bereichern die Skyline. Rathausturm und die Zipfelmützen der alten Hauptpost drängeln sich zwischen die Glockentürme. Romantik pur.

Es waren diese ersten Augen-Blicke, die uns Braunschweig nahe gebracht haben. Welche Stadt hat eine derartig schöne Stadtsilhouette? Dann die Entdeckung von Burgplatz, Markt und der verwirrenden Zahl von Rathäusern. Dazu Theater, Museen und ein Schlosspark ohne Schloss und rundherum dieser unglaubliche Kranz der Wallanlagen mit der Okerumflut: Liebe auf den ersten Blick. Die Familie war überzeugt. Wenige Monate später, Februar 1991, sind wir nach Braunschweig gezogen, die Stadt im Sinn.

Das Pittoreske der mittelalterlichen Stadt ist im Laufe der Jahre zurückgetreten. Die Türme von St. Andreas und Katharinen, von Martini, Petri, Magni und Dom haben sich in das innere Bild eingebrannt. Sie sind einfach da. Immer. Orientierungsmarken im Unterbewusstsein.

Doch der Alltag setzt die Stadt in ein anderes Licht. Was ist brauchbar an der Stadt?

Technik

Als Vorortbewohner taucht man ein in die Welt der Straßen und Kreuzungen, der Halteverbote und Hinweisschilder, der Brücken, Masten und Markierungen, der Straßenbahnen und Tiefgaragen. Großstädtische Normalität. Das beängstigende Gefühl, mit der Georg-Eckert-Straße direkt auf einer Stadtautobahn gelandet zu sein, ist der ernüchternden Erkenntnis gewichen, dass dies eben auch Braunschweigs Innenstadt ist!

Man gewöhnt sich im Alltag an jeden Zustand, den man nicht ändern kann. Dies garantiert die Überlebensfähigkeit des Menschen. Die Braunschweiger sind überlebensfähig.

Das ist die andere Seite der Stadt. Funktional, technisch, brauchbar. Auf der einen Seite die Romantik des Mittelalters und ihrer Liebhaber in späteren Zeiten, auf der anderen die ernüchternde Sachlichkeit und Ruppigkeit eines funktionalen und technischen Stadtverständnisses. Dieser Gegensatz wird offen ausgetragen, mit Brüchen und Brachen mitten in der Stadt.

Stadt-Landschaft

In einem traumhaften Sommer 1994 habe ich die Stadt und die Landschaft wie im Urlaub genossen und all diese Eindrücke durch bildhafte Umsetzungen verinnerlicht.

Diese offene Landschaft hatte im Licht des Hochsommers wie auch in diesem Jahr nicht selten toskanische Züge – die Zypresse heißt hier allerdings „Pappel“ und wird wenig geschätzt. Es ging mir um die Stimmungen und ihre Wirkungen auf die eigene, innere Bilderwelt. Entdeckt habe ich hierbei das besondere Licht des Nordens, das Irdische, das sich als Umbra unter alle Farben mengt. Ein Blau, das nicht durch Umbra gebrochen ist, kann eigentlich nicht von hier sein. Das Licht ist mineralisch.

So entstanden 1994 großformatige Ölpastelle, mit Terpentin und Lappen, mit Kreiden, Farb- und Bleistiften gemalt und gezeichnet. Ich entdeckte Orte wie den Schöppenstedter Turm – dreidimensionale Collagen aus Architektur und Natur, aus Geschichte und frühen Industriebauten. Derartige eindrucksvolle „Stillleben“ finden sich überall in der Region und charakterisieren die Landschaft.

Daraus machten wir spontan die erste Ausstellung mit dem Titel: „Stadt im Sinn. Braunschweig“ im Staatstheater. Untertitel: „Studien und Ansichten“. Es war ein erstes, emotionales Bekenntnis für meine Stadt. Mit den Bildern hatte ich sie für mich in Besitz genommen.

Von nun an war ich in Braunschweig zu Hause. Ich sah die Stadt mit anderen Augen: Die Härte und Spröde, gerade im Wilhelminischen Ring und an den Stadträndern bilden ihre eigene Ästhetik und Atmosphäre. Über viele städtebauliche Entwürfe loteten wir die Spielräume aus. Große Industriebrachen rund um die Stadt waren eine Herausforderung für unsere Studenten, neue Vorstellungen zu entwickeln. Ausbesserungswerk und Bahnflächen, Wilke Werke und Westbahnhof, Ringgleis und Jutefabrik boten Spielraum für Entwicklungen. So lernte ich Braunschweig und ihre Zwischenräume bestens kennen.

Zurück in die Stadt

Der unsichtbare aber allzeit präsente Fokus der Region ist Braunschweigs Innenstadt. Mit der Gewissheit, hier immer kulturell Halt zu finden, sich orientieren zu können, lässt es sich auch gut in einem der umliegenden Dörfer und Siedlungen leben – die Stadt im Sinn.

Dennoch, das Einfamilienhaus ist nur eine Übergangslösung. Wenn die Kinder erwachsen sind, werden Haus und Garten immer größer und die Entfernungen zur Stadt wachsen merkwürdigerweise auch. Jedenfalls für uns. So empfinden wir es als großes Glück, heute ganz nahe der Innenstadt leben zu können. Hochschule und Rathaus, Bahnhof und Theater, Geschäfte und Kinos – die Stadt fängt jetzt unmittelbar vor der Haustür an. Das größte Zimmer unserer Wohnung ist die Stadt.

Das verändert die Wahrnehmung. Die merkwürdige Dialektik von Romantik und Technik erweist sich aus der Nähe und von innen gesehen als konkurrierendes Nebeneinander. Man spürt die Probleme des Wiederaufbaus, den ideologischen Kampf zwischen Moderne und Tradition. Man hat sich die Stadt geteilt. Hier die Inseln für die Geschichte. Dort die Flüsse für den Verkehr. Hier das Paradies der Fußgänger, dort die freie Fahrt für die Autofahrer. Die Straßenbahn hat nachgerüstet.

Moderne und Tradition stehen oft merkwürdig isoliert im Raume nebeneinander, unverbindlich, zufällig. Sie ergänzen sich nicht. Das Konzept der Inseln – ob Traditionsinseln oder funktionale  Zonierung – verhindert die Bildung höherer Ordnungen.

Vergangenheit und Zukunft müssen jedoch Raum und Ausdruck in der Gegenwart finden – als gebrauchstüchtiges Altes und geschichtstaugliches Neues. Beides muss sich in der Gegenwart bewähren, aber über den eigenen Zeitraum hinausragen.

Die oben beschriebenen Brüche und Brachen, die Zäune und Zäsuren in der Stadtmitte sind tatsächlich nur als Stationen eines Betriebsablaufs nachvollziehbar, der auf eine zügige Geschäftsabwicklung ausgerichtet ist. Zufahrt. Abstellen des Fahrzeugs. Einkaufen. Abfahrt. Sie entwickeln keine eigene, positiv zu verstehende Ästhetik und Identität. Sie sind eigentlich „unzugänglich“ und bieten den Charme von Abstellräumen.

Das Leben in der Stadt sucht sich andere Orte. Die Hässlichkeiten übersieht man mit der Zeit und meidet sie. Bestimmte Räume sind tabu.

Der Alltag richtet sich ein irgendwo zwischen Geschichte und Technik. Kleine Blumenläden oder Straßencafés, Buchläden und Antiquariat, Schmuckgeschäfte oder Gaststätte, Friseur oder Arzt, Kindergarten oder Kiosk – alles findet sich in der Innenstadt. Aber weniger im Zentrum direkt, sondern eher in den Randlagen, dort wo eine stabile Wohnbevölkerung für eine beständige Nachfrage sorgt. Das Magniviertel wird deshalb so geliebt, auch wenn die lebendige Mischung von Wohnen, Geschäften teilweise durch Gastronomie dominiert wird.

Das Leben auf Straßen und Plätzen hier ist aktiv, dicht. Man arrangiert sich zwischen Stühlen und Anlieferung, Boulespielern und Radfahrer, parkenden Autos und Politessen.

Wenn Geschichte und Alltag sich so offen zeigen und eine Verbindung eingehen wie hier, wo Straßen und Plätze so vielfältig genutzt werden, so entsteht städtisches Leben.

Vom Foto zu neuen Ansichten

Die höchste Einschaltquote der Region am Bohlweg verpflichtet zu einem Programm, das positiv stimmt. Was wollen wir denn der Region bieten? Welches Gesicht zeigt Braunschweig hier?

Die Härte und Hässlichkeit vieler Situationen rund um den Bohlweg habe ich in Hunderten von Fotos festgehalten. Zwischen Schlosspassage und Steinwegpassage, an Bohlweg und Georg-Eckert-Straße, Damm und Kattreppeln lassen sich Szenerien entdecken, die unmittelbar den  Eindruck amerikanischer Slums erwecken – Bronx in Braunschweig. Es war eine erste Idee, hieraus eine kleine Ausstellung und Dokumentation zu machen. Doch die Fülle dieser negativen Aussagen war wenig ermutigend. Wer will das schon sehen? Öffnet das den Blick oder führt es nicht zum Gegenteil – der Abwendung und dem Verschließen der Augen? Wir aber benötigen die Zuwendung.

So habe ich begonnen, mit den Bildern zu spielen, sie zu bearbeiten und verfremden. Was ich vor neun Jahren noch mit Kreiden und Farben zu Papier gebracht habe, um meine Ansichten mit eigener Ästhetik auszudrücken, habe ich diesmal unter Gebrauch der digitalen Möglichkeiten versucht. Zwar fehlte der Geruch des Terpentins und die Farbe an den Händen, es fehlte die Körperlichkeit des Malens – aber die Bandbreite des Ausdrucks wuchs. So entstanden Abstraktionen und Verdichtungen, Übersteigerungen in Farbe oder Form, ausschnitthafte Betonung von Details oder absichtsvolle

Unschärfen.

Dieser Prozess brachte mich zu neuen Ansichten. Hinsehen. Die Dinge als „wahr nehmen“. Stehen bleiben, bedenken und „verstehen“. So lassen sich leere Häuser mitten in der Stadt entdecken. Lebt hier noch jemand? Hinter dem gewohnten Bild alter Fassaden halten sich leere Kartons oder Warenlager versteckt. Die Stadt wird öder. Dafür tritt um so häufiger der Mensch als Puppe in den Einkaufsstraßen auf. Hinter Glas sind sie die neuen Innenstadtbewohner und scheinen die Menschen aus den Obergeschossen zu verdrängen. Doch selbst diese Art von Faksimile scheint inzwischen gefährdet. Immer öfter wird die Puppe durch Pappe ersetzt. Ein einfaches, bundesweit eingesetztes Plakat des Konzerns ist billiger. Ein Mund. Ein Augenpaar. Das globale Schaufenster. Einsparziel erreicht.

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Die Stadtbeobachtung wird obsessiv. Nächtliche Spaziergänge zeigen nicht nur die Leere von Damm und Schlosspassage. Unheimliche Orte, die man lieber meidet. Oder andererseits die Türme von St. Andreas, Katharinen oder Dom, die in der Lichtflut der Strahler wie Leuchttürme über der Stadt wirken. Die Hervorhebung der Kirchen betont ein Stadtbild, das wir immer wieder gerne sehen, das uns Stabilität zu geben scheint. Aber diese Gewissheit trügt. Wie lange bleiben sie uns erhalten? Werden sie ihre Rolle als Mittelpunkte der Gemeinwesen weiter spielen, wenn immer weniger Menschen diese mit Leben und Andacht füllen? Es ist bedrückend, wie der Verkehr St. Katharina einhüllt, wie respektlos dicht Autos und Straßenbahnen am Westportal entlang fahren.

Deshalb habe ich all diese historischen Merkmale, die schon tausendfach fotografiert, gedruckt, verbreitet sind, soweit im Bild aufgelöst und abstrahiert, dass sie fast nicht mehr zu erkennen sind. Als Träger der Identität Braunschweigs sind sie überstrapaziert. Wir können uns nicht auf ihrer Geschichte ausruhen.

Nur durch eigene innere Bilder wird ein ortskundiger Betrachter die Kirchen identifizieren. Im Dunkeln aus der Bewegung heraus fotografiert und farblich verfremdet, wird aus den Türmen der Katharinen-Kirche ein Bild, das für sich steht – verwehte Farbschleier vergangener Zeiten.

Auch andere Orte zeigen nachts im künstlichen Licht eine unerwartete Präsenz. Das Portal des Landschaftlichen Hauses – dem früheren Sitz des Braunschweigischen Landtags und des heutigen Amtsgerichts –  rückt wie ein Bühnenbild in das ruhige Dunkel des Platzes an der Martinikirche. Der Zuschauerraum ist leer. Die Szene zeigt klassizistische Strenge. Breite Stufen bilden das Podest des Portikus mit mächtigen Säulen in ionischer Ausbildung, in Symmetrie und Proportion den griechischen Vorbildern folgend. Diese proportionale Gliederung wird im Detail wie im Ganzen spürbar – eine göttliche Ordnung, abgeleitet aus der menschlichen Gestalt.

Ich fotografiere eine halbe Sekunde aus freier Hand, mehrfach. Bewege die Kamera horizontal. Suche Ausschnitte. Die starke Bewegung zeichnet alles weich. Die Architektur löst sich auf. Doch das Sujet bleibt spürbar. Der Bildraum behält Tiefe. Die eigene Vorstellungskraft wird gefordert.

Die Unschärfe ist ein Mittel, schärfer zu sehen – ein merkwürdiges Paradox. Aus der Malerei, der Fotografie, der Werbung und dem Film ist uns diese Ausdrucksform längst geläufig. Von Caspar David Friedrich bis Gerhard Richter – die Auflösung der Form, die absichtsvolle Unschärfe ist ein Mittel der Ästhetik, ob als Sfumato in der Malerei oder als Bewegungsunschärfe in der Fotografie. Hierüber finde ich bei Wolfgang Ullrich in seiner „Geschichte der Unschärfe“ folgende erleuchtenden Sätze von J.W. Goethe, die er seinen Wilhelm Meister sprechen lässt: „Sooft ich durch eine Brille sehe, bin ich ein anderer Mensch und gefalle mir selbst nicht; ich sehe mehr, als ich sehen sollte, die schärfer gesehene Welt harmoniert nicht mit meinem Innern, und ich lege die Gläser geschwind wieder weg, wenn meine Neugierde, wie dieses oder jenes in der Ferne beschaffen sein möchte, befriedigt ist“.

Von der Ansicht zum Bild

Der scharfe Blick der Fotografie führt zu ernüchternden Erkenntnissen. Wo liegt der Sinn einer Stadt? Bilder vom Bohlweg geben dazu keine Antwort. Er ist einfach so.

Aber auch die pittoresken Stadtansichten mit der fantastischen Silhouette bleiben offen für unsere Interpretation und Sinngebung. Sie deuten vor allem in die Vergangenheit. Sie sind uns durch den Zufall der Geschichte überlassen. Ob sie uns mehr bedeuten als die heruntergekommenen Geschäftszonen von Damm und Bohlweg, die sich ja höchster Frequenz erfreuen, müssen wir selbst entscheiden. „Die schärfer gesehene Welt harmoniert nicht mit meinem Innern“. Aus diesem Grunde verfremde ich die Hässlichkeiten, ästhetisiere sie, damit sie ihre Trivialität verlieren. Den Bildern wird im doppelten Sinne ihre Schärfe genommen. So gewinnt auch die Leere in der Stadt eigene Bildreize. Die Interpretation soll auch hier offen bleiben.

In der späteren Bildbearbeitung werden einzelne, ausgewählte Fotos immer weiter verändert und aus unzähligen Varianten ein Ergebnis herausgefiltert, das mit den inneren Ansichten übereinstimmt, das eigene Bildkraft beweist. Vieles entfaltet sich aus der Lust am Bild, aus der Freude an der Gestaltung und aus dem Zufall des Experiments. So entstehen ganz unterschiedliche Bilder von Braunschweig.

Die Vielfalt der Ausdrucksformen soll der Vielfalt der Themen entsprechen. Diese ist unbegrenzt. Darin liegt der eigentliche städtische Reichtum: Die Vielfalt der Ansichten.

Der offene Austausch hierüber trägt unsere Stadt, lässt sie aus sich heraus wachsen: eine besondere Form der „FotoSinnThese“ eine urbane Fotosynthese – Wachstum durch Licht.

Solange Sie über die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten dieses Wortspiels nachsinnen, stelle ich Ihnen dar, was dieses Projekt alles beinhaltet. Ich verstehe das gesamte Vorhaben als

eine Initiative zur Förderung des öffentlichen Dialogs über Städtebau und unsere Stadt – in Zusammenarbeit mit dem Braunschweigischen Landesmuseum, dem Kulturinstitut der Stadt Braunschweig und der Technischen Universität Braunschweig. Das Projekt sehe ich als einen Beitrag im Rahmen der Bewerbung Braunschweigs und der Region zur Kulturhauptstadt Europas 2010.

Das Projekt besteht aus vier Teilen, die sich gegenseitig ergänzen:

1. Ausstellung hier im Braunschweigischen Landesmuseum,
Burgplatz 1­­­  vom 30. Oktober 2003 – 29. Februar 2004

Bilder sind zu erwerben und dienen der weiteren Förderung

2. Publikation: heute erschienen, hier und im Buchhandel 18 €

3. Vortragsreihe

  • 20.11. Thomas Sieverts
  • 02.12. Walter Siebel
  • 16.12. Gerda Breuer
  • 6.01.04 Ina-Maria Greverus
  • 20.01.04 Louisa Hutton
  • 30.01.04 Festvortrag Oskar Negt
  • 31.01.04 Kolloquium


4. Bilder im öffentlichen Raum:
Neue oder andere Ansichten der alten Stadt

Plakate

Zeitungen

Internet: www.stadt-im-sinn.de

Dank

Es sind anregende Erfahrungen, die ich in der Vorbereitung und Durchführung des Gesamtprojekts gemacht habe. Die Herstellung der Bilder, die Ausstellung im Landesmuseum, die Werbung im öffentlichen Raum, die Erarbeitung dieses Buches, das rechtzeitig fertig geworden ist, die Planung der Vortragsreihe, die Pressearbeit und Suche nach Projektpartnern und Sponsoren waren Anlässe, mit vielen Menschen aus Braunschweig zu sprechen und zusammenzuarbeiten. Alle haben die „Stadt im Sinn“ und lassen sich gern für ihre Stadt begeistern. Es stimmt nicht, dass sich die Braunschweiger nicht mit ihrer Stadt identifizieren.

So sind Ergebnis und der erhoffte Erfolg vielen Menschen zu verdanken, die sich für das Projekt stark gemacht, daran mitgearbeitet oder sich in ihren Vorständen und Institutionen persönlich dafür eingesetzt haben.

Für die eventuell verbliebenen Schwächen bin ich allein zuständig, da ich mit dem selbstgesetzten engen Zeitrahmen nicht nur mich, sondern auch alle anderen unter Druck gesetzt habe.

Auch wenn ich aus eigenem Antrieb Blüten und Blätter, Äste und Disteln gesammelt habe – zum Pflücken, Beschneiden, Bearbeiten und Präsentieren waren eben viele Hände, Köpfe und Herzen beteiligt. Nur wer jemals selbst in einem ähnlichen Projekt mitgewirkt hat, weiß, wie viel Vorarbeit notwendig ist, wie viel Schwierigkeiten zu überwinden sind, wie viel Kosten zu bewältigen sind. Dann weiß man auch ein so breites Angebot zu schätzen, wie es jetzt mit dem Filmfestival angeboten wird, mit Braunschweig Classix oder mit Kultur im Zelt, mit all den vielen Ausstellungen und Veranstaltungen in dieser Stadt.

Und so bedanke ich mich herzlich bei

Herrn Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann für seine Förderung des Projekts und seine Ansprache heute Abend und Frau Dr. Anja Hesse für ihre Unterstützung.

Ohne die ermutigende Unterstützung gleich in der Anfangsphase durch Michael Rudolph und den Braunschweigischen Kloster- und Studienfonds wäre das Projekt vermutlich nicht so zustande gekommen. Ich danke ihm hierfür ganz herzlich.

Dank natürlich auch dem Hausherrn Dr. h.c. Gerd Biegel und  Dr. Angela Klein für die Möglichkeit, das Braunschweigische Landesmuseum als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum nutzen zu dürfen – und für ihre tatkräftige und erprobte Unterstützung.

Hierzu zählt auch unbedingt der immer geduldige Herr Rabe mit seinen Männern und das Team des Museums für den Aufbau der Ausstellung mit Wänden, Anstrich, Hängen der Bilder und Beleuchtung.

Der STIFTUNG NORD/LB-ÖFFENTLICHE mit Axel Richter und der

VOLKSWAGEN BANK , vertreten durch Dr. Hans-Georg Ahrens bin ich sehr verbunden für ihre finanzielle Unterstützung, ebenso Erika Borek und Bernd Assert für die Richard Borek Stiftung.

Prof. Dieter Welzel hat mich von Anfang an mit seiner Begeisterungsfähigkeit animiert und sich in allem als kritischer Berater bei der Bildproduktion und ihrer Auswahl erwiesen. Dass er sich auch zu Text- und Redebeitrag bereit erklärt hat, verpflichtet mich zu besonderem Dank. Dies gilt auch für den Textbeitrag von Prof. Thomas Sieverts, der auch am 20. November hier referieren wird und meiner Kollegin Prof. Dr. Karin Wilhelm, TU Braunschweig, und Dr. Ralf Rummel, die unsere Veranstaltungsreihe mitgestalten und durchführen.

Ich danke

Oliver Ruth und dem Appelhans Verlag für den qualitätsvollen termingerechten Druck des Buches

Bernd Kruckow für die Unterstüzung durch die Deutsche Städte Medien.

Olaf Jaeschke und seinem Team für die Arbeit und Unterstützung durch seine Galerie.

Ebenso Andreas Hopmann mit seinem NBG OFFICE .

Wenn Sie in den kommenden Wochen sonntags um 15 Uhr durch die Ausstellung geführt werden, so vor allem von Renate Schäfer, Mira Dobratz, Sandra Pechmann und Claudia Albrecht. Ihnen sei hierfür bereits jetzt herzlich gedankt.

Dank an die Brauerei Feldschlößchen und Klaus Schubert für Bewirtung mit Bier und Imbiss und Horst Beyrich für den weißen Burgunder von der Mosel, den er uns spendiert hat. In heutigen Zeiten freut man sich über alle liquiden Mittel.

Und ich danke aus vollem Herzen vor allem den Personen, die in Tag- und Nachtarbeit über Monate hinweg aus Ideen Projekte, und aus Projekten haben Realität werden lassen. Dies sind

Sandra Pechmann, Diplom-Ingenieurin der Architektur, die Regie geführt hat und alle Tätigkeiten und Aufgaben im Blick behalten hat – mich inklusive – und gleichzeitig aber all die vielen Gestaltungsarbeiten mit großem Einsatz fachkundig geleistet hat –

Claudia Albrecht, die als Diplom-Designerin ihre besondere Kompetenz einbrachte, für professionelle Qualität bei allen Medien sorgte und mit ihrem Atelier Albrecht-Design das Projekt maßgeblich unterstützt hat und Martin Bewersdorff, der für die Erweiterung der Farbräume gesorgt hat, so dass die Bilder diese enorme Farbkraft gewonnen haben, (dies zusammen mit Elke Karpinsky, wegen ihres Farbgefühls ab jetzt nur noch Frau Kandinsky genannt wird).

Sie haben es geschafft, liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger. Ich danke Ihnen allen ganz herzlich für Ihr Kommen, Ihre offenen Augen und Ohren und Ihre wohlgefälligen Reden – und den Mitgliedern der BIG Band der TU mit ihrem Leiter Herrn Gahl, der uns noch heute noch aufspielen wird.

Wir kommen jetzt zum lustigen Teil des Abends, zu dem, was wir alle immer wieder gerne machen: gemeinsam ein Glas trinken, etwas essen und miteinander und übereinander reden, Hast Du schon gehört? Was, Du hast die Ausstellung noch nicht gesehen? Oder; Gehst Du jetzt auch rüber zum CityPoint – 15 Jahre ECE in Braunschweig? Na klar, da gibt’s besseres Essen. Versprochen.

Da soll kein Frankfurter Würstchen einer echten Braunschweiger Wurst erzählen, hier wäre nichts los.

Viel Freude, viel Farbe und einen kurzen Winter wünsche ich Ihnen.

Und