Interdisziplinäre Planungswerkstatt Kölner Ringe

Perspektiven für einen innerstädtischen Boulevard des 21. Jahrhunderts.
Umsetzungsstrategie und Entwurf zur 6 km langen Ringstraße mit 11 Segmenten und 7 Plätzen
in Zusammenarbeit mit Kuttner + Kahl Landschaftsarchitekten und SBI – Beratende Ingenieure für Bau-Verkehr-Vermessung GmbH zurück
Auftraggeberin: Stadt Köln
Bearbeitungszeitraum: 2011

Aufgabe und Verfahren

Im Rahmen einer Planungswerkstatt wurden durch drei interdisziplinär besetzte Teams jeweils ein abgestimmtes gestalterisches und verkehrliches Gesamtkonzept für die Kölner Ringstraßen erarbeitet. Die 6 km lange Ringstraße mit 11 Segmenten und 7 Plätzen sollte dabei im Sinne eines modernen Klassikers große Robustheit in Bezug auf sich wandelnde Moden und technische Anforderungen aufweisen. In verschieden Arbeitskreisen (Werkstattgespräch mit der Lenkungsgruppe, Zwischenpräsentation in der Lenkungsgruppe, Vorstellung der Entwürfe in der Fachöffentlichkeit, Vorstellung der Entwürfe im Innenstadtforum) wurden die Arbeiten prozesshaft diskutiert.


Lageplan Kölner Ringe

Ein durchgängiges Motiv: Klare Kante

Nur einfache und verständliche Gestaltungsprinzipien bieten die Chance, das Chaos der Ansprüche und die vielen Einzelfunktionen wieder „in Form“ zu bringen. Dies zielt gleichermaßen auf den Raum wie auf die Politik. Ohne klare Grundsätze und organisatorischen Rahmen kann keine gute Form entstehen – oder auch nur Bestand haben. Die Grundlage der Ringe als städtische Boulevards bilden ausgewogene Verhältnisse zwischen Geh- und Fahrverkehr.

Mit der Setzung eines betont soliden und breiten Bordsteins wird diese Beziehung wieder dauerhaft befriedet und findet eine gut lesbare klare Kante: Fahren unten, Gehen oben.

Das Grundsystem der Kölner Boulevards

  1. Stadtverträgliche Aufteilung des Raums zwischen Fußgängern und Fahrzeugen: 30 – 40 – 30 %
  2. Breite Bürgersteige als „sozialer Wurzelraum“ und „städtischer Wirtschaftsraum“
  3. Robuste Bordsteinkante als tragendes Element der Architektur des Raums
  4. Fahrbahn flexibel anpassbar an neue Verkehrsbedürfnisse im gegebenen Rahmen
  5. Funktionsstreifen flexibel in der Anpassung an neue Anforderungen
  6. Vorzonen als erweiterte Wirtschaftsflächen


Funktionsstreifen

Verkehr

Zur Führung und Integration des Verkehrs gelten folgende Grundsätze:

  1. Grundsätzliche Straßenfunktionen haben Bestand.
  2. Die Radialen werden in ihrer heutigen Verkehrsfunktion berücksichtigt.
  3. Die Ringe werden vom Motorisierten Verkehr entlastet – eine stärkere Entwicklung des Rad- und Fußgängerverkehrs und des Öffentlichen Nahverkehrs wird angenommen und gestalterisch-konzeptionell unterstützt.
  4. Der Radverkehr wird verkehrssicher auf der Fahrbahn geführt.
  5. Der Raum wird stadtverträglich aufgeteilt, Gehweg- und Aufenthaltsflächen werden verbreitert.
  6. Anlieferverkehr und Ruhender Verkehr werden im Funktionsstreifen integriert.

Freiraum

Zur Gestaltung der Freiräume und Integration des Bestands gelten folgende Grundsätze:

  1. Baumkonzept orientiert sich am ursprünglichen Konzept der Ringe (Stübben/Strauß/Kowallek)
  2. Auswahl der Bäume berücksichtigt Standort sowie heutigen und perspektivischen Klimawandel
  3. Zusätzlich atmosphärische Akzentuierung der Plätze (Blühaspekt, Herbstfärbung, Habitus)
  4. Freistellung der Querachsen, Freihaltung von Sichtbeziehungen
  5. Instrumentarium zur Anpassung der Funktionsstreifen (Möblierung und Ausstattung)
  6. Differenziertes Beleuchtungskonzept entsprechend Prinzip Ringe/Plätze/Achsen (Beispiel Ebertplatz)


Lageplan Abschnitt Theodor-Heuss-Ring / Ebertplatz

weiterführende Informationen

Flyer Vorderseite [PDF 6MB] 

Flyer Rückseite [PDF 4MB]

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