Planungswerkstatt Poststraße, Wolfsbug

Konzept zur imageprägenden Neugestaltung des Straßenraums als Teil des Handwerkerviertels
in Zusammenarbeit mit SBI – Beratende Ingenieure für Bau-Verkehr-Vermessung GmbH zurück
Auftraggeberin: Stadt Wolfsburg
Bearbeitungszeitraum: 2012

Aufgabe

Die Poststraße bildet zusammen mit der Seilerstraße das Rückgrat des Handwerkerviertels in Wolfsburg. Das vorrangig durch Wohn- und Geschäftshäuser der 50er – 60er Jahre geprägte Handwerkerviertel wurde 2009 als Sanierungsgebiet festgelegt. Es wurde in einem interdisziplinären Team ein Konzept zur Qualifizierung der Poststraße als ein Impulsprojekt zum öffentlichkeitswirksamen Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Quartier erarbeitet.

Nur eine Straße? Ja!
Ein universelles Prinzip – einfach und anpassungsfähig.

Städtisches Leben benötigt Form, in der es sich entfalten kann. Die wirkungsvollste öffentliche Raumform ist die klassische Straße, gebildet von Fassaden mit Fenstern und Türen, begleitet von Läden und Betrieben, verbunden mit Höfen und Gärten, belebt von Jung und Alt.

Urbanität lebt auf der Straße! Nicht deren gefälliges Aussehen ist bedeutsam, sondern die Art unseres Umgangs, die darin angeboten und ermöglicht wird. Die städtische Straße ist „gebaute Umgangsform“ für den täglichen Gebrauch: offen, ausgewogen, robust und hier angepasst an die Besonderheiten der Poststraße.

 

Prinzip Raum

Klare Hierarchie: Platz, Straße, Weg / Ausgewogene Verhältnisse

Die Bürgersteige mit Bordsteinkante konstituieren die Architektur des Raumes:

  • Bordstein in 21 cm Granit, 3 cm Einbauhöhe
  • Stadtverträgliche Aufteilung des Raums
  • Gelassenheit durch eine geradlinige Führung im Straßenraum
  • Weiche und dennoch klare Trennung durch einheitlich niedrige Einbauhöhen der Kanten einer Fahrbahnbegrenzung: benutzerfreundlich.

Robert-Koch-Platz

Prinzip Verkehr

Offenes System

  • Verständliche direkte Erschließung und gute Erreichbarkeit u.a. Zweirichtungsverkehr
  • Geschwindigkeitsdämpfung durch reduzierte Fahrbahnbreiten, Parkierungsvorgänge und Begegnungsverkehre
  • Radverkehr auf der Fahrbahn
  • Leistungsreserven für alle Straßennutzer vorhanden
  • Verkehrsgerechte Abwicklung gleichgerichteter und kreuzender Bewegungen u.a. Unterordnung der Einfahrt in die Schlosserstraße
  • Schlosserstraße: Gestaltung der Erschließungsstraße (Gewerbehöfe) als Mischfläche
  • Gute Erreichbarkeit des Parkhauses und damit Sicherung / Steigerung der Ausnutzung
  • Parkraummanagement – u.a. Ausweiten des Anwohner- und Kurzzeitparkens


westlicher Abschnitt der Poststraße

Prinzip Gestalt und Nutzung

Robust, anpassungsfähig und übertragbar

  • Der Funktionsstreifen aus Kleinpflaster erlaubt die Anpassung an unterschiedliche und sich wandelnde Bedingungen.
  • Auf die Anforderungen von Gewerbe, Büros, Einzelhandel, Wohnen und Gastronomie kann mit der Ausstattung reagiert werden, ohne die Grundstruktur und den Gesamteindruck zu verändern – ganz im Sinne einer Nachhaltigkeit und Flexibilität.
  • Das Prinzip und die Gestaltung sind übertragbar auf andere Quartiersstraßen bei vergleichbarer Straßenfunktion, hier vor allem auch auf die Seilerstraße.


östlicher Abschnitt der Poststraße

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