KaiserpfalzQuartier: Nicht offener Wettbewerb für eine Veranstaltungshalle, ein Hotel und eine Tiefgarage in Goslar

Auftraggeber
TesCom GmbH & Co. KG
Gesellschaft für Kapital und Grundbesitz

In Abstimmung mit
Stadt Goslar

Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk

Zeitraum
2018/2019

 

UNESCO Weltkulturerbe Kaiserpfalz in Golslar
UNESCO Weltkulturerbe Kaiserpfalz in Golslar

Die Vorgeschichte

Anlass und Zweck des Wettbewerbs

Die ehemaligen Kasernenhöfe des Bundesgrenzschutzes werden zwar gern als Parkplatz genutzt, aber sind doch gleichzeitig ein großes Ärgernis. Die Bebauung, Gestaltung und Nutzung dieses stadtgeschichtlich bedeutenden Areals sind nicht angemessen. Unmittelbar neben Goslars bedeutsamstem Kulturerbe, der Kaiserpfalz, finden sich seit Jahren leerstehende Militäreinrichtungen. Und auf den Fundamenten des Stiftungsdoms und der Kuriengebäude stehen heute die Touristenbusse und die Besucher parken ihre Autos.

Die Stadt Goslar beabsichtigt gemeinsam mit der TesCom GmbH & Co. KG das Umfeld der Kaiser­pfalz mit der ehemaligen Bundesgrenzschutz­kaserne aufzuwerten.

Der Entwicklungsbereich ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Rammelsberg und Altstadt Goslar“. Es werden daher von allen Beteiligten hohe Maßstäbe an die zukünftige Nutzung und Gestaltung gelegt, die diesem kulturellen Erbe gerecht werden.

In einer Entwicklungsvereinbarung zwischen der Stadt Goslar und der TesCom GmbH & Co. KG wurden inhaltliche Vorgaben zu noch weiter auszuarbeitenden Programmzielen formuliert.

Mit dem Ziel der Integration des Projekts in das funktionale und städtebauliche Gefüge der Altstadt sowie einer strukturellen Aufwertung des Umfelds wurde ein städtebauliches Gutachten durch ACKERS PARTNER STÄDTEBAU erarbeitet und ortsverträgliche Programmbausteine definiert. Die daraus resultierende Grundidee des bereits in einem umfangreichen Beteiligungs­prozess (Zwei öffentliche Foren und zwei öffentliche Werkstätten) erarbeiteten städtebaulichen Ziel­konzepts sollte im Rahmen eines Architekturwettbewerbs vertiefend ausgearbeitet werden.

Der Prozess wird darüber hinaus durch eine Lenkungsgruppe „Entwicklung KaiserpfalzQuartier“ begleitet.

Bauen im kaiserlichen Pfalzbezirk?
Die Kaiserpfalz als ursprünglich eigener Rechtsbereich ist heute kaum mehr ablesbar. Hierzu tragen die preußischen Kasernenbauten der Gründerzeit, aber vor allem die Kasernen des Bundesgrenzschutzes bei, die das Gebiet bis heute überformen. Dieses Gelände steht zur Disposition, hierauf bezieht sich dieser Wettbewerb und ist damit unbestritten das wichtigste Projekt der nächsten Jahrzehnte für die Stadtentwicklung Goslars.

Die Aufgabe war bereits bisher eine Herausforderung für alle Beteiligten: Planen und Bauen unmittelbar im Bereich des Weltkulturerbes der Kaiserpfalz und der Goslarer Altstadt. Mehr Ansprüche an Funktion, Geschichte und Gestaltung sind kaum denkbar. Darf man hier bauen?

Grundlage nach einem mehrjährigen und intensiven Planungsprozess ist ein Städtebauliches Konzept mit einem Programm, das den Bereich der Stiftskirche als zukünftigen Stiftsgarten oder Park definiert. Anstelle der Bundesgrenzschutzkaserne ist ein öffentliches Forum mit Stadthalle und Hotel vorgesehen. Ein weiterer elementarer Bestandteil ist die Verlagerung des ruhenden Individualverkehrs vom Domplatz in die auf dem Gelände geplante Tiefgarage für Personen­kraftwagen, die Schaffung von Mitarbeiter­stellplätzen für die Stadt Goslar und das Amtsgericht Goslar sowie ein attraktiver Ersatz für die Bus-Stellplätze. Für den Bustourismus ist an der Werenbergstraße eine neue Haltemöglichkeit von den Verkehrsgutachtern empfohlen.

Eine Herausforderung für alle Beteiligten
Die Berücksichtigung der herausragenden stadt- und kulturgeschichtlichen Bedeutung der Kaiser­pfalz und der Altstadt Goslar als UNESCO-Weltkulturerbe stellt in diesem Zusammenhang eine besondere Aufgabe dar. In diesem Bewusstsein wurden sechs namhafte Architekturbüros in Arbeitsgemeinschaft mit jeweils einem Büro für Landschaftsarchitektur zu diesem Wettbewerb eingeladen. Dieser Wettbewerb trägt wesentlich zur Qualitätssicherung des Projektes bei.

Sanierungsgebiet
Der Entwicklungsbereich bildet einen Teilbaustein in dem zur Aufnahme in das Städtebau­förderungsprogramm „Zukunft Stadtgrün“ beantragtem Sanierungsgebiet „KaiserpfalzQuartier / südliche Wallanlagen“. Der Naherholungsraum und das UNESCO-Weltkulturerbe Kaiserpfalz sollen damit sichtbarer und erleb­barer in der öffentlichen Wahrnehmung werden.

Bauherrin und Ausloberin: Tessner Gruppe
Bei dem Projekt „KaiserpfalzQuartier“ handelt es sich um eine Herzensangelegenheit der in Goslar
ansässigen Familie Tessner, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Goslar diesen Wettbewerb auslobt und als Bauherrin die Absicht hat, das Projekt auch zu realisieren. Mit der Entwicklung des KaiserpfalzQuartiers soll ein über Jahrzehnte brachliegender bzw. eingeschränkt nutzbarer Teil aufgewertet und in die Gesamtstadt integriert werden.

Städtebauliches Zielkonzept
Der Bereich der ehemaligen Bundesgrenzschutzkasernen soll eine völlige Neuordnung erfahren. Aus dem ursprünglich introvertierten und völlig abgeschotteten Komplex soll ein offenes, durchlässiges Gefüge öffentlicher Räume entstehen. Bisher unterbrochene Wegebeziehungen werden erneuert. Wichtig ist die Verknüpfung mit dem umliegenden Quartier und darüber hinaus mit der Innenstadt im Norden, den Wohngebieten am Fuße des Rammelsbergs und den Wallanlagen. Mit der Wiederaufnahme des historischen Weges hinauf zum Rammelsberg durch das frühere Erzholntor und mit der Aufnahme der Wallpromenade wird das Wegenetz verknüpft.

Der Rat der Stadt Goslar hat dem städtebaulichen Gutachten des Büros Ackers Partner Städtebau zur Entwicklung desKaiserpfalzQuartiers zugestimmt. Das daraus resultierende städtebauliche Zielkonzept wurde als Grundlage für die weiteren Planungen auf dem Areal beschlossen.

Auf dieser Basis wurde eine weiterführende Absichtserklärung zwischen der Stadt und der TesCom GmbH & Co. KG sowie der Hans-Joachim Tessner-Stiftung geschlossen. Stadt und Investor verpflichten sich zu einer exklusiven Zusammenarbeit.

Freiraumwettbewerb für den Domplatz
Darüber hinaus ist vorgesehen, dass die Stadt Goslar einen landschaftsplanerischen Wettbewerb für die Umgestaltung des Domplatzes im Sommer 2019 auslobt.

Bebauungsplan
Diese Prozessphase soll in einen abgestimmten Bebauungsplan-Entwurf münden, auf dessen Grundlage der Rat der Stadt Goslar über das Gesamtkonzept und über den Verkauf der erforderlichen städtischen Flächen an den Investor entscheiden kann.

 

Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin mit TOPOTEK 1, Berlin
Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin mit TOPOTEK 1, Berlin
Auer Weber Architekten, Stuttgart mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, München
Auer Weber Architekten, Stuttgart mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, München
Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt mit terra.nova Landschaftsarchitektur, München
Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt mit terra.nova Landschaftsarchitektur, München
Staab Architekten, Berlin mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin
Staab Architekten, Berlin mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin
Bez + Kock Architekten, Stuttgart mit ST raum a. landschaftsarchitektur, Berlin
Bez + Kock Architekten, Stuttgart mit ST raum a. landschaftsarchitektur, Berlin
Lederer Ragnarsdottir Oei, Stuttgart mit Helmut Hornstein, Freier Landschaftsarchitekt, Überlingen/ Bodensee
Lederer Ragnarsdottir Oei, Stuttgart mit Helmut Hornstein, Freier Landschaftsarchitekt, Überlingen/ Bodensee
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin)
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin)
Visualisierung (Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin)
Visualisierung (Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin)
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Auer Weber Architekten, Stuttgart)
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Auer Weber Architekten, Stuttgart)
Visualisierung (Auer Weber Architekten, Stuttgart)
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Visualisierung von der Kaiserpfalz (Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt )
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt )
Visualisierung (Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt )
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Visualisierung von der Kaiserpfalz (Staab Architekten, Berlin)
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Staab Architekten, Berlin)
Visualisierung (Staab Architekten, Berlin)
Visualisierung (Staab Architekten, Berlin)
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Bez + Kock Architekten, Stuttgart)
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Bez + Kock Architekten, Stuttgart)
Visualisierung von der Kaiserpfalz (Lederer Ragnarsdottir Oei, Stuttgart)
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